Interview mit Marta von Die Happy

Interview: Michael Schiller aka. DJ Mike Checkoff, © Juni 2006

Marta, die Sängerin und Frontfrau von "Die Happy" setzt sich auf der Bierbank in ihrem geräumigen Baucontainer direkt neben mich. Sie trägt ein schlichtes schwarzes T-Shirt und eine beige, kurze Hose. Fotos sind nicht erlaubt - sie ist schließlich für den Auftritt noch nicht gestylt. Während des Auftritts werden Fotos nur für die ersten drei Songs erlaubt sein. Die Kameraleute müssen von der Bühne herunter. Anfangs wirkt Marta ruhig, fast etwas schüchtern. Als ich ihr ein paar Fragen gestellt habe, muss ich jedoch meine Meinung schnell revidieren.

Michael: "Marta, welche Rolle hast du innerhalb der Band als einzige Frau, musst du z.B. Kaffee kochen und so?"

Sie reißt ihre Augen auf und kontert schnell mit "Nein! Keinesfalls! Ich bin der Boss! Nee, die Band ist meine Familie und ich bin freundschaftlich gerne mit ihnen zusammen!"

Genau so hatte ich es mir auch vorgestellt denke ich mir schnell. Mich interessiert ob es wahr ist, dass "Die Happy" englisch singt, denn als die gebürtige Tschechin (geboren in Prag) mit Thorsten Mewes 1993 die Band gründete sprach sie kein Wort Deutsch.

Marta: "Für mich war und ist Deutsch und auch Tschechisch keine Alternative zum Englischen. Die beiden Sprachen haben beim Singen keine Melodie, klingen hart und unharmonisch, deshalb war Englisch von Anfang an die einzig richtige Wahl."

Viele Musiker haben in ihrem Leben vor der Musik einen ganz anderen Beruf ausgeübt oder versuchen ein zweites berufliches Standbein aufzubauen, falls es mit der Musik mal nicht mehr klappt? Ich möchte wissen ob Marta vielleicht studiert hat?

Marta: "Nein, studiert habe ich nicht. Ich wollte aber auch nie Musikerin werden. Mein Vater ist Musiker und das nun schon seit 40 Jahren, genau wie die Rolling Stones! Er war immer unterwegs und hatte für mich wenig Zeit - nee, ich wollte nie in dieses Geschäft. Aber natürlich mag ich meine Papa sehr. Nun ist es aber trotzdem so gekommen und ich bin super zufrieden und glücklich! Ich hoffe, so Gott will, dass ich noch lange diesen Beruf ausüben darf!"

Während Marta konzentriert in mein Mikro spricht, fällt mir ihre obere Zahnreihe auf, die nach recht unten schief steht. Das macht sie sympastisch - who´s perfekt, denke ich mir. Ich stelle fest, dass auf der Homepage von "Die Happy" alle Alben abgebildet sind und dass das ganz schön viele sind.

Michael: "Marta sag mal, ihr seid ja ganz schön fleissig gewesen?"

Ein kurzes Grinsen huscht über ihr Gesicht und stolz erzählt sie: "Klar sind wir fleissig, Musik zu machen und zu verkaufen ist unser Job und den möchten wir gut machen!"

Michael: Wo lebt ihr denn zur Zeit? "

Marta: Ich wohne zusammen mit meinem Freund "Sasha" schon seit November 2005 in Hamburg. Die Jungs kommen ursprünglich aus Ulm, dort haben wir uns auch kennen gelernt. Juergen und Ralph wohnen in Berlin, Thorsten eigentlich in der Schweiz, aber während der Plattenaufnahmen hat er sich auch ein Zimmer in Berlin genommen.

Michael: Ganz schön weit auseinander kontere ich. Wie funktioniert da ein Bandleben?

Marta: "Ach mit dem ICE funktioniert das wunderbar. Sind damit ja nur gute anderthalb Stunden. Das ist ja nix!"

Ein bisschen verwundert blicke ich bei dieser Antwort schon drein, aber Marta´s selbstbewusster Blick lässt meine Zweifel zerfließen. "Marta, wo tretet ihr denn überall auf?"

Marta: "Vor allem in Deutschland und auch in Österreich. In Tschechien wollen wir jetzt dann mal eine Tour starten, falls alles klappt?!"

Als ich mich schon wieder von ihr verabschieden möchte, weist sie mich noch auf ihr neues Album hin, das voraussichtlich im Herbst 2006 zum Musikdealer kommen wird. Im Moment promoten sie auf Tour immer noch das aktuelle Album "Bitter to better", das im August 2005 auf den Markt kam. Vor der Baucontainer Türe wartete schon ihre Tourmanagerin, es ist ja schließlich nur noch wenig Zeit bis zum Auftritt von "Die Happy" bei Open Air am Pförringer Baggersee" im schönen Oberbayern. Ich verabschiede mich brav von ihr und bin dann auch schon aus ihrer Sichtweite. Bei ihrer Bühnenshow erlebe ich eine starke, kecke und voll Power sprühende Lady, bei der kein Anflug mehr von Schüchternheit zu erkennen ist.


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